Thomas Nitz – Essenz


Malerei oder Fotografie? Eine Frage, die man bei Thomas Nitz am ehesten mit „sowohl als auch“ beantworten müsste. Denn Thomas Nitz steht zwischen den Stühlen: Seine Fotografien sind keine glatten Motive der Hochglanzmagazine. In ihrer Haptik aus greifbaren Strukturen sind sie der Malerei verpflichtet. Thomas Nitz
fotografiert jenseits von Auflagen und Editionen, seine Werke sind einzigartig.
Die Ausstellung „Thomas Nitz - Essenz“, die vom 03.03. bis 14.04. in der Galerie Anna25 zu sehen ist, setzt
sich mit all diesen Facetten im Spannungsfeld Malerei und Fotografie auseinander.
Welchen Wert haben Fotografien, die tausendfach verlegt werden? Fotos werden in Massenauflagen zur billigen Mitnehmware oder durch künstliche Limitierung der Abzüge zu exklusiven Sammlerobjekten. Vielleicht ist es die Sehnsucht nach dem Unikat, die den Künstler die Grenzen verwischen lässt.
Seit 1992 arbeitet der Meisterschüler der Bildenden Kunst an der UdK Berlin als freier Fotokünstler. An seiner
speziellen Technik aus Mehrfachbelichtungen feilt er seit rund 10 Jahren. Vor jeder Fotografie steht die
Bearbeitung des Untergrunds, bei der malerische Mittel zum Einsatz kommen. Nitz nimmt Aquarellkartons, die
er mit Farbe grundiert und mit einer Emulsion lichtempfindlich macht. Das händische Bearbeiten ist die
Voraussetzung seiner Werke, denn jeder Karton ist anders, unvorhersehbar für das Ergebnis. Wie der Untergrund bei der Entwicklung der Fotos reagiert, ist nur im Ansatz steuerbar und genau das macht den Wert der
Fotografie aus. Die Fotografien sind nicht beliebig wiederholbar und jeder Abzug unterscheidet sich vom
anderen.
Der Wert des Unikats, die Einmaligkeit des Augenblicks, geht mit den gewählten Motiven einher. Die Serie
„Kathedralen und Metropolis“ zeigt Shopping-Malls, Kathedralen des Konsums, den Bauboom der Großstadt,
Utopie und Niedergang. Statt politischer Aussagen oder dokumentarischer Ansätze, geht es dem Künstler um
Empfindungen. Thomas Nitz ist kein Dokumentartist, sondern Übermittler von Eindrücken. Sinnliche
Überforderung und Gefühle beim Betrachten, das ist es, was der Fotograf festhalten will.
Indem er die mit einer analogen Großbildkamera aufgenommen Bilder immer und immer wieder belichtet,
entstehen Überlagerungen und Strukturen. Dieses Flimmern und Schemenhafte, das dem Gefühl beim
Betrachten entspricht, ist für Thomas Nitz die Essenz des Motivs und eine Produktionsfläche für den Betrachter.
„Impressive Lichtmalerei“, so könnte man die Fotografien nennen, die mit verdichteten Überlagerungen den
Betrachter in ihren Bann ziehen.

 

Heute, wo Bilder unendlich reproduziert werden, digital bearbeitet und tausendfach geteilt, spielt die Lust auf
das echte, unverfälschte Bild wieder eine Rolle. Kaum ein Tourist verlässt Berlin, ohne ein Bild an einem der der
Fotoautomaten gemacht zu haben. Auf Hochzeiten und Events sind Sofortbild-Kameras und Fotoboxen der Hit.
Und das in Zeiten, wo jeder eine hochaufgelöste Kamera im Smartphone in der Tasche hat. Auch hier spielen
Einmaligkeit und Authentizität eine Rolle. Dem Thema Sofortbild-Kamera widmet sich Thomas Nitz mit einer
traditionellen Straßenkamera, der sogenannten „Afghan Box Camera“, die er selbst gebaut hat.

Contact

 

 

fotomas@gmx.de

 

Tel: 01713648845

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